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Die Mahagoni-Schatulle erzählt die Geschichte von Jenny, die als attraktive intelligente Putzmacherin die Nazizeit im turbulenten Berlin durch ihren außergewöhnlichen Überlebenswillen und ihre skrupellose Anpassungsfähigkeit steht.
In den neunziger Jahren lebt Jenny vereinsamt im Altersheim. Ihre einzige Bindung ist Anna, eine 39jährige Zahnärztin, die sie, durch ein Versprechen verpflichtet, betreut. Sie erledigt alle Formalitäten, löst Jennys Wohnung auf und nimmt auf deren Bitte ihre wenigen, persönlichen Dinge an sich. Darunter befindet sich eine Schatulle, die Geheimnisse enthält und erst nach Jennys Tod geöffnet werden soll. Auf der Suche nach wichtigen Dokumenten muss Anna die Mahagonischatulle allerdings vorzeitig öffnen.
Sie birgt eine unglaubliche Fülle authentischer Zeugnisse aus dem Leben zweier Jüdinnen, die zu Beginn der Nazizeit ein inniges Liebesverhältnis hatten, im Hintergrund lauernd das braune Gespenst. Anna ist fasziniert von Jennys Briefwechsel mit ihrer Geliebten, René, aber auch von ihrer siebenjährigen Beziehung mit einem jüdischen Architekten sowie mit diversen Nazis. Neugierig geworden auf das Schicksal der beiden Liebenden, entlockt sie der kranken Frau die reizvollen und tragikomischen Geschichten ihrer jungen Lebensjahre. Die vom Tode gezeichnete Jenny, noch einmal in ihre Jugendjahre versetzt, genießt die Nähe ihrer jungen Freundin und erzählt in einem unglaublich wachen geistigen Zustand ihre Erlebnisse.
Anna wird Zeuge von aufregenden Abenteuern im turbulenten Berlin der frühen Dreißiger mit Musik, Varieté, Glanz und Glamour und unwiderstehlicher Lebensgier, aber auch von Angst und Schrecken der Nazizeit; denn alle guten Freunde Jennys endeten mit Deportation, Auschwitz oder im Bombenterror des Zweiten Weltkrieges.
Eine junge Frau, intelligent, humorvoll, attraktiv und liebenswert, mit unerschütterlichem Glauben an das Leben, konnte dem infamen Terror des Naziregimes nur entkommen durch Glück, vor allem aber durch ihre Lebenskunst.
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